Wie unterscheidet man Steingut, Steinzeug und Steinfeinzeug?

Baustoffe die bei hohen Temperaturen aus Ton und anderen Materalien gebrannt werden haben eine lange Tradition. Zum Beispiel wurde Steinzeug in China bereits unter der Zhou-Dynastie (um 1100-249 vor Christus) hergestellt, zunächst unglasiert, dann auch mit farbigen Glasuren.

Heute wird wenn es um Fliesen geht, zwischen Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug unterschieden. Die Unterschiede möchten wir in den folgenden Ausführungen einmal deutlich machen.

Steingut - bei gringen Temperaturen gebrannt

Bei Steingut handelt es sich um Fliesen mit hoher Wasseraufnahmefähigkeit, die mit wesentlich geringeren Temperaturen gebrannt werden als Steinzeug und Feinsteinzeug. Das sind Temperaturen von 950°C bis 1150°C. Die Wasseraufnahmefähigkeit von Steingut kann mehr als 10% betragen. Auch die Druckbelastbarkeit ist geringer im Vergleich zu Steinzeug und Feinsteinzeug. Ein NAchteil von Steingut besteht darin, dass Steingut nicht frostfest ist, und daher die Anwendung auf den Innenbereich beschränkt bleibt . Wann verwendet Steingut sowohl als Wandfliese, als auch als Bodenfliese. Steingut wird meistens im Einbrandverfahren hergestellt. Direkt nach der Formgebung wird eine flüssige Glasur aufgetragen. Anschließend wird die Fliese mit einem gewünschten Muster bedruckt.

Steinzeug - höhere Dichte und bessere mechanische Festigkeit

Steinzeug wird definiert als eine Keramik mit einer Wasseraufnahme von unter 3%. Aufgrund dieser Eigenschaft kann man Steingut als frostbeständig einordnen, damit eröffen sich Anwendungsgebiete auch im Aussenbereich. Allerdings wird schlechte Materialqualität im Laufe der Zeit dadurch deutlich, das sich die vermeintliche Steinzeugfliese eben doch nicht als Frostbsetändig erweist.

Gegenüber dem poröseren Steingut hat Steinzeug eine höhere Dichte und bessere mechanische Festigkeiten. Fast alle Fliesen für stark beanspruchte Anwendungsbereiche, zum Beispiel in Industrie, Gewerbe oder öffentliche Bereiche, sind aus Steinzeug. Häufig werden Steinzeugfliesen mit Glasuren oder werkseitigen Oberflächenvergütungen veredelt, um ästhetisch ansprechende Oberflächen zu erreichen und die Fleckempfindlichkeit zu vermindern. Hier gibt es je nach Art und Ausführung große Unterschiede, unter anderem in der Abriebfestigkeit.
Im Gegensatz zum Steingut wird der Scherben bei 1150–1300 °C gebrannt. Durch Zugabe von Feldspaten und anderen Flussmitteln bildet sich beim Brand eine Glasphase, die die Zwischenräume der Kristallite auffüllt.

Feinsteinzeug - durch höhere Temperatur weiter veredelt

Bei Feinsteinzeug handelt es sich in der Regel um Fliesen mit einer noch geringeren Wasseraufnahmefähigkeit als bei Steinzeugfliesen. Dies wird durch einen Brand im Temperaturbereich von 1200° C - 1300° C erreicht. Ebenso wie Steinzeug gilt Feinsteinzeug als frostsicher und hat eine hohe mechanische Festigkeit. Die Eigenschaften machen ein einen Einsatz im Innen- und Aussenbereich möglich.

In dem Herstellungsverfahren wird feines Mineralpulver mit hohen Anteilen an Quarz, Feldspaten und anderen Flußmitteln unter hohen Druck trocken verpresst. Anschließend werden die gepressten "Rohlinge" in einem Durchlauftrockner bei ca 1300°C gebrannt. Eine besondere Eigenschaft von Feinsteinzeug ist die chemische Beständigkeit gegenüber Säuren.

Die geringe Porosität der Feinsteinzeugfliesen bringt es mit sich, dass normaler Zementmörtel für die Verlegung von Feinsteinzeug ungeeignet ist. Es sind spezielle, kunststoffvergütete Fliesenkleber zu wählen. Das gilt ebenso für die verwendeten Fugmaterialien.

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